Bessere Gewaltprävention und fairer Wettbewerb im europäischen Fußball

Gleich zwei Berichte hat das EP heute zum Thema „Fußball“ verabschiedet. Zum einen geht es um die Wahrung des Datenschutzes bei der polizeilichen Zusammenarbeit, zum anderen um die Zukunft des europäischen Profifußballs allgemein. Schwerpunkte sind hier fairere Wettbewerbsbedingungen, die solidarische Vermarktung von übertragungsrechten, bessere Rechtssicherheit sowie die Förderung von Transparenz und solidem Management in den europäischen Vereinen.

Der liberale EU-Parlamentarer Jorgo Chatzimarkakis sagte, dass durch die Verabschiedung dieser Berichte das Europäische Parlament seinen Beitrag leiste, „um gegen Gewalt und Hooligan-Aktivitäten im Fußball anzugehen und um die Anstrengungen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit im Zusammenhang mit diesem populären Sport zu vertiefen. Wir fordern strikte Sanktionen gegenüber allen Arten von Diskriminierung und die Koordination von Präventivmassnahmen und Strafen im Bezug auf Hooligans. Wir müssen Gewalt vom Fußball fernhalten und ihn zu einer sicheren und freudigen Aktivität für alle machen.“

Sport, insbesondere Fußball, ist nicht nur ein expandierender Wirtschaftsfaktor, sondern nimmt vor allem auch soziale, integrative und erzieherische Aufgaben im Gemeinschaftsleben der EU wahr, hebt das Parlament hervor. Das Plenum bezeichnet es gerade deshalb als bedauerlich, dass „die Zukunft des Profifußballs in Europa durch die zunehmende Konzentration von Vermögen und sportlicher Macht bedroht“ werde. Als „Ergebnis der Spirale von Ausgaben, Gehälterinflation und den daraus folgenden Finanzkrisen vieler Vereine“ seien kriminelle Handlungen zu beobachten.

Nur durch ausgewogene und faire wirtschaftliche Wettbewerbsbedingungen auf nationaler und europäischer Ebene könne man dem Wunsch nach einem fairen und interessanten sportlichen Wettbewerb entsprechen. Dieser sorge wiederum dafür, dass der Fußball nicht an Attraktivität verliere. Deshalb empfiehlt das EP verschiedene Maßnahmen, um Korruption, unlauteren Wettbewerb oder illegale Wettgeschäfte zu vermeiden. Zum Beispiel wird vorgeschlagen, die finanziellen Vorteile aus der Vermarktung von Fernsehübertragungsrechten gerechter zu verteilen. Nicht nur die großen Vereine dürften von gestiegenen Einnahmen profitieren.

Um ein Zeichen gegen die Verbindung von Menschenhandel und Fußball zu setzen, fordert das Europäische Parlament „Fußballgremien und Vereine auf, sich am Kampf gegen den Menschenhandel zu beteiligen“. Die Parlamentarier schlagen unter anderem eine „Europäische Charta für Solidarität im Fußball“ vor, die vor allem nachahmenswerte Verfahren im Umgang mit jungen, ausländischen Fußballspielern beinhalten sollte.

Ein wichtiger Teil des Dialogs über die Zukunft des Fußballs sei ebenso die Berücksichtigung der Verbraucherrechte: sowohl beim Kauf von Karten für sportliche Großveranstaltungen, als auch bei Fußballübertragungen im TV sei ein möglichst allgemeiner Zugang anzustreben.

Ein zentrales Anliegen des EP ist das aktive Einschreiten gegen Gewalt, Rowdytum und kriminelles Verhalten während der sportlichen Begegnungen. Es fordert die Mitgliedstaaten auf, Mechanismen zu schaffen, die die Zusammenarbeit von Vereinen, Ordnungskräften und Faninitiativen gegen solches Verhalten fördern. Darüber hinaus sollte eine Sensibilisierungskampagne für Fans gegen Gewalt in den Stadien gestartet werden. Alle politischen und sportlichen Akteure hätten für die strenge Verurteilung und Sanktionierung von rassistischen und diskriminierenden Verhaltensweisen Sorge zu tragen.

In Sachen Doping wendet sich das Plenum direkt an die Profivereine, von denen es fordert, „eine Selbstverpflichtungserklärung zur Bekämpfung von Doping zu erlassen und deren Einhaltung durch interne Kontrollen zu überwachen“. Gleichzeitig nimmt es aber auch die Kommission in die Pflicht, indem es sie dazu aufruft, sich auf europäischer Ebene für die Einrichtung einer unabhängigen Antidopingbehörde stark zu machen.

Um der Sicherheit der europäischen Bürger und der zunehmende Zahl (und damit Bedeutung) von Fanreisen in das europäische Ausland gerecht zu werden, soll der Austausch von hochwertigen Informationen gewährleistet werden. Verbesserungen der Arbeit sind durch die „regelmäßig[e] allgemeine und/oder thematische Beurteilung von Störungen der öffentlichen Ordnung“ und durch die Nutzung von vorgegebenen Formularen vorgesehen, für deren Inhalt die nationalen Stellen verantwortlich sind. Das Parlament fügt dem Ratsbericht hinzu, dass die personenbezogenen Daten von „Risikofans“ ausschließlich bei Fußballspielen verarbeitet werden dürfen. Darüber hinaus sollen sie keine weitere Verwendung finden. Nachdrücklich unterstreichen die Abgeordneten in diesem Zusammenhang die Bedeutung des Datenschutzes als grundlegendes Recht der Bürger der EU.

Oliver Luksic Landesvorsitzender

Dürfen wir Sie informieren?

Die neuesten Infos zu den Freien Demokraten Saar - regelmäßig alle 4 Wochen per E-Mail!

Herzlichen Dank - Sie haben sich erfolgreich eingetragen! (Bestätigungs-Email ist unterwegs)