Der FDP-Europaabgeordnete Dr. Jorgo Chatzimarkakis ist in der liberalen Fraktion des Europäischen Parlaments zuständig für die Reform des EU-Weinmarktes. Gestern hatte der italienische Berichterstatter Castiglione (EVP) eine erste Stellungnahme zu den Kommissionsplänen vorgelegt. Diese stieß im Landwirtschaftsausschuss auch auf Kritik. „Wir müssen dem Berichterstatter für die geleistete Arbeit danken, es bleiben – insbesondere für die deutschen Qualitätshersteller, aber einige Fragen offen“, sagte Chatzimarkakis während der Sitzung. So sei etwa die Lockerung des Regelwerks zu Rebsorten und Herkunftsbezeichnungen eine Gefahr für die deutschen Winzer, die mit hoher Qualität über Jahrzehnte eine Marke aufgebaut haben. „Die Nachfragesteigerung etwa nach deutschem Riesling oder Grauburgunder bricht zur Zeit alle Rekorde, während die Billigweine kaum Fortschritte erzielen können“, erläuterte Chatzimarkakis. „Wir müssen diese europäischen Marken stärken und nicht schwächen, wenn wir im internationalen Wettbewerb bestehen wollen“. Auch die Pläne zur Rodung von Steillagen seien zu dirigistisch. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Kommission wirklich besser entscheiden kann, welche Flächen zu roden sind, als die Winzer vor Ort“, forderte der FDP-Europaabgeordnete. Um der Kommission die wichtigsten Anliegen deutscher Winzer zu verdeutlichen, lud Chatzimarkakis eine Delegation deutscher Weinbauer zu einem Gespräch mit der EU-Landwirtschaftskommissarin Fischer-Boel nach Brüssel. Die Vertreter der Weinbauregionen aus dem Betreuungsgebiet von Chatzimarkakis nutzten die Gelegenheit, um der Kommissarin die Bedeutung der EU-Weinmarktreform und deren Auswirkungen auf die tägliche Arbeit deutscher Winzer zu erläutern, unter ihnen Winzerpräsident Helmut Herber des Saarländischen Winzerverband e.V., Weinbaupräsident Rheinhessen Ingo Steitz und der Präsident des Deutschen Weinbauverbandes Norbert Weber. Chatzimarkakis zeigt sich nach dem Gespräch optimistisch: „In Zusammenarbeit mit der Kommission wird das Parlament eine Weinmarktreform ausarbeiten, die Flexibilität schafft, die Wettbewerbsfähigkeit erhöht und gleichzeitig die Traditionen und regionalen Verschiedenheiten der Winzer berücksichtigt. Wir sind auf einem guten Weg.“

Oliver Luksic Landesvorsitzender

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