Reformen des Bildungssystems im Mittelpunkt des Parteitags

„Ziel unserer liberalen Bildungspolitik ist, möglichst vielen Schülern einen qualitativ hochwertigen Abschluss zu ermöglichen. Darüber hinaus muss Schule einen neuen Stellenwert bekommen. Neben Fachwissen sollten auch Werte vermittelt werden, die für das zivilisierte Zusammenleben und die übernahme von persönlicher Verantwortung Voraussetzung sind“, erklärt der bildungspolitische Experte der FDP-Saar, Patrick Maurer, im Vorfeld des Landesparteitages am kommenden Samstag. Die rund 240 Delegierten entscheiden über einen Antrag, der weit reichende Reformen für das saarländische Bildungssystem enthält. Diese Reformen beginnen bei der frühkindlichen Bildung und reichen bis zum Eintritt in den Beruf. Dazu gehört, dass jedes Kind ausreichend Deutsch kann, wenn es in die Schule kommt. Deshalb sollen Sprachstandserhebungen spätestens im Alter von 5 Jahren verpflichtend werden. Die Kindergärten sollen pädagogisch aufgewertet und die Ausbildung der Erzieher/innen entsprechend angepasst werden. Damit Bildung schon im Kleinkindalter jedem zugänglich ist, setzen die Liberalen auf den flächendeckenden Ausbau von Krippen- und Tagespflegeplätzen mit flexiblen öffnungszeiten. Das pädagogische Konzept der frühkindlichen Bildung soll dann mit den Lehrplänen der Grundschulen abgestimmt werden. So ist ein reibungsloser übergang möglich. Grundsätzlich wollen die Liberalen den Schulen mehr Freiheiten geben. Sie sollen entscheiden können, wie die vom Bildungsministerium vorgeschriebenen Lehrinhalte vermittelt werden. So sollen künftig auch Trimester, das Zusammenfassen von mehreren Fächern oder das Legen von Schwerpunkte auf einzelne Fachbereiche in einem Schuljahr möglich sein. Auch Personalfragen und Organisatorisches sollen die Schulen selbständig klären können. Des Weiteren verlangen die Saarliberalen eine Unterrichtsgarantie. Noch immer fallen an saarländischen Schulen zu viele Stunden aus. Dies kann unter anderem durch eine Aufstockung der Lehrerfeuerwehr und flexiblere Einstellungskriterien vermieden werden. Um die Schulvielfalt im Saarland zu garantieren, setzen sich die Liberalen für eine Gleichstellung der privaten mit öffentlichen Schulen ein. Private Schulen schließen vorhandene Lücken in der Fläche und bieten Raum für neue pädagogische Konzepte, deshalb müssen sie rechtlich und finanziell gleichgestellt werden. Einen weiteren Fokus richtet die FDP auf die individuelle Förderung. Damit auf lernschwache Schüler intensiver eingegangen werden kann und Hochbegabungen stärker gefördert werden können, soll der Klassenteiler gesenkt werden. Maurer: „Die Qualität der Ausbildung ist entscheidend für den Bildungserfolg eines Kindes. Studien zeigen, dass die Chancen mit einem schlechten niedrigen Schulabschluss genauso schlecht auf dem Arbeitsmarkt stehen wie mit gar keinem Abschluss. Die gezielten Fördermaßnahmen müssen deshalb von Beginn an dringend ausgebaut werden“.
Der Landesparteitag der Saarliberalen findet am Samstag den 25.10. 2008 ab 10.00 Uhr im Cloef-Atrium in Orscholz statt.

Oliver Luksic Landesvorsitzender

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