Die FDP Saar fordert die Landesregierung und die Uniklinik auf, den Missbrauchsskandal in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Homburg vollständig aufzuklären. Insbesondere muss geklärt werden, ob es weitere Fälle gab und weswegen die Information der Eltern der Betroffenen sowie der Rechtsaufsicht nicht funktioniert hat. 

Dazu der gesundheitspolitische Sprecher der FDP Saar Helmut Isringhaus:
„Der Missbrauchsskandal in Homburg ist erschütternd. Es ist traurig, dass solche Fälle an der Universitätsklinik des Saarlandes vorgefallen sind und Hinweise auf Missbrauch nicht beachtet wurden. Ebenso fassungslos macht mich der Umgang mit den Missbrauchsfällen. Es ist nicht zu verstehen, dass die betroffenen Eltern nicht informiert wurden. Ebenso ist es nicht nachvollziehbar, dass das Wissenschaftsministerium als Rechtsaufsicht angeblich erst im April 2019 Kenntnis von den Vorwürfen erlangt haben soll. Es handelt sich um ein erhebliches Fehlverhalten von Uniklinik und Justizressort.“

Isringhaus weiter: “Ich fordere die bundesweite Einführung von Kinderschutzkonzepten für Kliniken, in denen Kinder behandelt werden. Die Akkreditierung einer Kinderschutzgruppe, wie in Homburg bereits vor den Vorfällen erfolgt, scheint nicht auszureichen. Möglicherweise ist sie nicht eingeschaltet worden.

Man muss die Frage aufwerfen,  ob die Führungskonstruktion der Uniklinik in dieser Form noch zeitgemäß ist. Vermutlich gibt es andere Entwicklungen, die ebenfalls nicht zwischen den Ebenen Klinikchefs, Vorstand, Aufsichtsrat und Wissenschaftsministerium koordiniert werden. Angesichts der in großen Teilen hervorragenden Arbeit der Kliniken und Institute der Uniklinik schlage ich die Bildung eines schlagkräftigen Managements  vor, das auch Fragen wie Patientensicherheit, Kinderschutz, Qualitätssicherung und Strategie behandelt und nicht hauptsächlich die Kostenkontrolle im Fokus hat.“

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