Glücklicherweise kommt es zu einer Abflachung der COVID-19-Infektionskurve.
Die bereitgestellten Intensivbetten und Beatmungsplätze sind im Saarland nur zu insgesamt 10% belegt mit einem Maximum in einer Spezialklinik von 50%. In den Krankenhäusern wird Kurzarbeit beantragt bzw. erwogen.


Dazu der stellvertretende Landesvorsitzende der FDP Saar, Dr. Helmut Isringhaus:

„Natürlich waren die Maßnahmen zur Bereitstellung der medizinischen Kapazitäten richtig und auch weiterhin ist ein vorsichtiges und vorausschauendes Vorgehen erforderlich. Allerdings kommt es mittlerweile zu der paradoxen Situation, dass einzelne Krankenhausträger Kurzarbeit beantragen. Darauf muss reagiert werden. Es müssen jetzt wieder mehr Routinebehandlungen in den Krankenhäusern vorgenommen werden können. Auch die finanziell sowieso gebeutelten Kliniken sind auf Operationen angewiesen. Geplante Therapien sollten jetzt auch behutsam begonnen werden, um einen massiven Anstau und eine spätere Überlastung zu verhindern. Zwar wurden Patienten mit Schlaganfall, Herzinfarkt und ähnlich zeitkritischen Krankheiten auch in den letzten Tagen und Wochen sofort behandelt, andere dringliche Behandlungen wurden jedoch verschoben. Weiterhin haben viele Patienten zum Eigenschutz, trotz Vorliegen von Beschwerden, keine stationäre Versorgung in Anspruch genommen.

Hier sollte jetzt behutsam begonnen werden, Patienten zu den geplanten Therapien einzubestellen. Eine Auslastung der bestehenden Kapazitäten von Intensivplätzen bis zu 60 % ist leistbar. Bei einem erneuten Anstieg der Infektionszahl kann diese wieder zurückgefahren werden. Zudem muss geprüft werden, ob ein weiterer Ausbau von Intensivbetten derzeit sinnvoll ist. Der von der Landesregierung eingesetzte Kooperationsrat sollte dies im Auge behalten.


Gerade wegen der anstehenden ersten Lockerungen der Ausgangsbeschränkung, muss ein exaktes Screening der Infektionsverläufe stattfinden.


Die FDP schlägt erneut ein Virtuelles Corona-Zentrum zur sinnvollen Koordination der Behandlung von Corona-Kranken in der Praxis und in den Krankenhäusern vor, damit Beatmungen möglichst vermieden werden. In dieser Krise benötigen wir für die ernsthaft Erkrankten den vollen Sachverstand aller Experten im Saarland. Ich appelliere an die Ärzteschaft, das Gesundheitsministerium und die Krankenhausgesellschaften, die Behandlungsstrategien in den Krankenhäusern und Praxen zu koordinieren und ein telemedizinisches Expertengremium ins Leben zu rufen. In einem solchen virtuellen Corona-Zentrum kann sowohl die Verteilung von Patienten und Material als auch die Behandlung wirksam koordiniert werden. Allein das Zählen von Beatmungsgeräten bringt uns nicht weiter. Es muss möglichst erreicht werden, dass ein Patient überhaupt nicht beatmet werden muss. Dazu sollte es virtuelle Fallbesprechungen geben, in denen die einzelnen Befunde im Expertenkreis mit hochkompetenten Internisten, Lungenfachärzten und Intensivmedizinern besprochen werden, um daraus die passende Behandlungsstrategie für den Einzelfall zu entwickeln.